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Schutzhandschuhe

Quetschungen auf dem Bau, Schnittwunden durch scharfe Werkzeuge, Verätzungen und Verbrennungen im Labor - bei zahlreichen Beschäftigungen sind die Hände Gefahren und Reizen durch mechanische Belastungen, säurehaltige Arbeitsstoffe oder extreme Temperaturen ausgesetzt. Um das Verletzungsrisiko möglichst gering zu halten, sind Schutzhandschuhe unumgänglich. Welcher Handschuh am besten schützt, entscheidet sich nach dem jeweiligen Einsatzbereich. Hier erfahren Sie, wie Sie aus der Vielzahl von Modellen mit Hilfe von normgerechten Kennzeichnungen sowie an Hand von Materialien eine sichere Wahl treffen.


Auf Nummer sicher gehen – mit Normen und Piktogrammen

EU-Normen (EN) legen fest, über welche Eigenschaften Schutzhandschuhe in den unterschiedlichen Einsatzbereichen verfügen müssen und wie sie zu prüfen und zu kennzeichnen sind. So informieren u. a. einheitliche Piktogramme den Nutzer über die unterschiedlichen Leistungsmerkmale seiner Handschuhe. Ein Beispiel hierfür zeigt die nebenstehende Abbildung.

Die Norm EN 388 definiert vier Prüfungen für Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken:

1. Abriebfestigkeit
2. Schnittfestigkeit
3. Weiterreißfestigkeit
4. Stichfestigkeit

Die Ergebnisse der einzelnen Tests sind in der aufgeführten Reihenfolge als Leistungskennziffern (hier: 4124) neben dem Piktogramm angegeben. Dabei stellen die Ziffern 4 bzw. 5 die höchsten Leistungsstufen dar. So besteht z. B. bei diesem Handschuh ein hoher Schutz vor Abrieb und bei Stichen, aber nur eine niedrige Schnittsicherheit.


Die Qual der Wahl beim Material
Gegen welche Risiken Arbeitshandschuhe schützen, hängt vor allem von ihrem Material ab. Je nach Anwendung kann Kunststoff, Gummi, Textilfaser, Leder, Metall oder eine Kombination dieser Stoffe die richtige Wahl sein. Neben der erforderlichen Schutzwirkung sollte auch auf die ergonomischen Eigenschaften wie Fingerbeweglichkeit, Rutschfestigkeit und Innenausstattung von Handschuhen geachtet werden: Denn umso höher der Tragekomfort, desto konsequenter werden Schutzhandschuhe in der Praxis auch wirklich verwendet.

Kunststoff – und Flüssigkeiten bleiben draußen

Bei dem Material Kunststoff wird unterschieden in Schutzhandschuhe aus Folie sowie aus Kunststoff mit Beschichtungsträger oder ohne Beschichtungsträger. Häufig kommen vernetzbare Elastomere (wie Kautschuk etc.) oder Thermoplaste (z.B. Polyvinylchlorid, Polyethylen) zum Einsatz. Der große Vorteil bei diesen Handschuhen ist, dass sie flüssigkeitsdicht und weitgehend beständig gegen Öle, Fette, Säuren und Lösungsmittel sind. Dadurch, dass sie oft ein sehr gutes Tastgefühl gewährleisten, eignen sie sich auch besonders gut für feinmotorische Tätigkeiten (z. B. im Handwerk oder der Automobilindustrie).


Undurchlässige Alleskönner: Gummihandschuhe

Auch Gummi-Handschuhe sind weitgehend flüssigkeitsdicht. Zudem sind sie bedingt gasundurchlässig und schützen vor reizenden oder leicht ätzenden anorganischen Stoffen wie z.B. Zement. Zusätzliche Gewebeeinlagen führen zu einer erhöhten Reißfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen scharfe und spitze Gegenstände. Eine geringe Materialdicke ist wiederum ideal für Tätigkeiten, die uneingeschränktes Tastgefühl erfordern.


Alle Fäden in der Hand: mit Textilfasern
Bei Handschuhen aus Textil wird zwischen Natur- und Chemiefasern unterschieden. Schutzhandschuhe aus reinen Naturfasern wie Baumwolle sind sehr angenehm zu tragen und eignen sich perfekt für trockene Arbeiten. Wer sich jedoch vor thermischen oder mechanischen Belastungen schützen möchte, sollte besser zu den festeren Modellen aus oder mit Chemiefasern (z.B. Polyamid, Polyester oder Aramid) greifen.


Lederhandschuhe – Perfekter Schutz
Schutzhandschuhe aus Leder isolieren grundsätzlich gut bei Hitze oder Kälte. Doch auch hier gibt es mehrere Varianten: Die obere Schicht gegerbter Tierhaut (z.B. vom Rind, Schwein) wird als Narben- bzw. Vollleder bezeichnet. Aufgrund seiner glatten, gleichmäßig weichen und feuchtigkeitsabweisenden Oberfläche ist es beständig gegen Öle und Fette, passgenau und sehr feinfühlig. Auch Nappaleder eignet sich besonders gut für feinmotorische Arbeiten, bei denen viel Fingerspitzengefühl gefragt ist, da es ebenfalls äußerst weich ist.

Die unter dem Vollleder liegende Lederschicht wird in mehrere Schichten aufgespalten und heißt daher Spaltleder. Durch seine dichtere Faserstruktur ist Spaltleder fester, aber nicht so weich wie Vollleder. Dieses raue Leder eignet sich daher eher für robuste Arbeiten, die Griffsicherheit erfordern. Allergiker sollten möglichst komfortables, feinfühliges Ziegen- oder Schafsleder tragen. Wer beim Arbeiten leicht schwitzt, greift am besten auf atmungsaktives und waschbares Synthetikleder zurück. Durch spezielle Zusatzbehandlungen - z. B. Beschichtung – lässt sich die Schutzwirkung von Lederhandschuhen weiter erhöhen.

Schutzhandschuhe fachgerecht handhaben
Undichte oder kontaminierte Schutzhandschuhe können dazu führen, dass die Haut der Hände - oft umbemerkt - über einen längeren Zeitraum mit hautschädigenden Stoffen in Kontakt kommt. Handschuhe sind daher vor jeder Benutzung auf Beschädigungen und Verunreinigungen zu prüfen und gegebenenfalls zu entsorgen.

Verschiedene Stoffe wie Latex oder Carbamate können Allergien verursachen. Textile Unterziehhandschuhe verringern diese Gefahr und verhindern zudem eine starke Schweißbildung, wodurch sie Hautaufweichungen vorbeugen. Für den Rund-um-Hautschutz sollten nach der Verwendung von Schutzhandschuhen stets Hautreinigungs- und Hautpflegemittel benutzt werden.